Birgits Eltern

1915 heirateten Nils P Svensson und Justina Paulsson. Justina hatte viele Verehrer, entschied sich aber gegen den Willen ihres Vaters für eine Ehe mit Nils. Zusammen hatten die beiden eine Tochter namens Märta Birgit Nilsson.

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Nils und Justina zu Hause in Svenstad. Privataufnahme.

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Birgit zusammen mit ihren Eltern vor dem Familienhof in Svenstad. Privataufnahme.

Nils gehörte einer Bauernfamilie an und war der älteste Sohn in einer Geschwisterschar von elf Kindern. Als ältester Sohn sollte Nils den Familienhof übernehmen. Es war Nils’ Traum, selber einmal einen Sohn zu haben, der seinerseits den Hof übernehmen würde. Er wünschte sich so sehr einen Sohn, dass er der Hebamme sagte, dass sie 50 Kronen (etwa 6 Euro) extra bekommen würde, wenn es ein Junge wäre. Aber als Birgit geboren wurde und das einzige Kind blieb, setzte er seine Hoffnung in die Tochter. Justina Paulsson wurde von Familienangehörigen und Nahestehenden „Stina” genannt. Sie sah gut aus und konnte sowohl singen als auch Ziehharmonika spielen. In ihren jungen Jahren träumte auch sie von einer Musikkarriere. Birgit selbst meinte, dass sie ihr musikalisches Talent von ihrer Mutter geerbt hatte. Birgits Mutter konnte nie die Erfolge ihrer Tochter erleben. 1949 starb Justina bei einem tragischen Autounfall. Sie wurde an einer Bushaltestelle von einem Auto angefahren und starb in den Armen von Nils. Birgit bekam die traurige Nachricht, als sie auf dem Weg zur Probe für die Premiere von Donna Anna in Don Giovanni an der Stockholmer Oper war. "Es war, als ob mir der Boden unter meinen Füßen weggezogen worden wäre. Um meine Trauer zu ventilieren, schrie ich einen minutenlangen markerschütternden Schrei", schrieb sie in ihren Memoiren. Sie versuchte, die Rolle in Don Giovanni abzusagen, aber es konnte kein Ersatz gefunden werden. Der Unfall traf Birgit hart, stärkte aber die Bindung zwischen ihr und ihrem Vater. Birgit wurde früh darin “eingeschult”, wie wichtig es ist, eine Heimat zu haben. Dieses Verständnis wurde ihr nicht nur von ihren Eltern, aber auch von vielen Besuchern am Hof in Svenstad in ihrer Kindheit vermittelt. Später im Leben zeigte Birgit sogar in den hektischsten Jahren ihrer Karriere ein großes Interesse an allem, was zu Hause passierte.