Die Stimme

Birgit Nilssons Stimme war einzigartig, mit einer erstaunlichen Kraft und einem enormen Effekt im höheren Register. Aber sie hatte nicht nur eine besondere Art zu singen, sie hatte auch eine besondere Sprechstimme. Birgit meinte, dass die Stimme ihr Ausweis war: für die meisten leicht wieder erkennbar und von vielen nachgeahmt.

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Foto: Rolf Klänge

Birgit wurde mit einer enormen Stimmkapazität geboren, die sie größtenteils autodidaktisch zu meistern lernte. In den 1960er und 1970er Jahren war Birgit Nilsson die führende Wagner-Sängerin der Welt. Eine Wagner-Sopranistin muss mit einem guten Körperbau und viel Kraft in der Stimme ausgestattet sein, um eine vier bis fünf Stunden lange Vorstellung durchzuhalten und die Stimme über das Orchester tragen zu lassen. Hohe Töne waren Birgits stärkste Seite und sie musste sich keine Mühe geben, diese hervorzubringen. Schwierige Gesangspartien sang Birgit zur Freude der Kritiker dank der hohen Töne leicht und natürlich. Ihre "hervorragende Stimmstärke und Atemkontrolle machten es möglich für sie, makellose hohe Töne fast unnatürlich lange zu halten", meinte der britische Daily Telegraph. Der Musikkritiker John Von Rein lobte Birgit Nilssons "ungezwungenen voluminösen Klang, übermenschliche Ausdauer und stählerne stimmliche Brillanz. Wenn man einmal Birgit Nilssons klare Sopranstimme gehört hat, dann vergisst man sie nie wieder. Es ist eher eine Naturgewalt als eine Stimme", schrieb er in der Chicago Tribune. Birgit behielt ihre Stimmstärke und Stimmstabilität für viele Jahre, was auch zu ihrer langen Karriere beitrug.