Debüt

Birgit Nilsson debütierte als Opernsängerin im Jahr 1946. Kurzfristig wurde ihr eine Rolle an der Königlichen Oper in Stockholm angeboten. Obwohl Birgit schlecht vorbereitet war, erhielt sie begeisterte Kritiken in der Presse. Aber ihr endgültiger Durchbruch kam erst 1947.

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Birgit als Agathe in Webers Oper ”Der Freischütz”. Königliche Oper Stockholm, 1946. Foto: Einer Merkel Rydberg

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Birgit als Lady Macbeth in Verdis Oper ”Macbeth”. Königliche Oper Stockholm, 1946. Foto: Sven Jarlås

Am 9. Oktober 1946 debütierte Birgit auf der Opernbühne an der Königlichen Oper in Stockholm in der Rolle der Agathe in Carl Maria von Webers „Der Freischütz”. Sie war für jemanden eingesprungen und hatte nur drei Tage Zeit für die Vorbereitung. Eine ganze Rolle in drei Tagen zu lernen war nicht einfach. Aber Birgit lernte schnell, hatte ein absolutes Gehör und ein gutes visuelles Gedächtnis. Trotz großer Nervosität, wenig Zeit für die Vorbereitung und mangelnder Ermutigung vonseiten des Dirigenten erhielt sie gute Kritiken nach der Vorstellung. ”Es war eine kluge Entscheidung, die junge Südschwedin Birgit Nilsson letzten Mittwoch als Agathe in „Der Freischütz” debütieren zu lassen. Birgit Nilsson verkörperte die Rolle mit einer Überzeugung und künstlerischen Balance, die man nicht von einer Debütantin erwarten würde. Ihre Stimme hat einen frischen nordischen Klang, eine klare Höhe und ein herrliches Mezzotimbre in der Tiefe, das in die Richtung des dramatischen Sopranfachs geht. Eine schöne Stimme ist nicht immer mit einem scharfsinnigen Kopf verbunden, aber eine so beherrschte Ausdruckskraft und musikalische Phrasierung wie Birgit Nilssons müssen von innen kommen. Sie können nicht erlernt werden."– Ingmar Bengtsson in der schwedischen Zeitung Svenska Dagbladet, 10. Oktober 1946. Im Gegensatz zu den Kritikern war die Opernleitung von Birgits Talent noch nicht völlig überzeugt. Sie durfte Agathe noch zweimal singen, bevor die reguläre Sängerin zurückkam. Es dauerte ein Jahr, bis Birgit wieder eine Chance auf der Bühne in Stockholm bekam.

Durchbruch

Im Oktober 1947 durfte Birgit wieder kurzfristig an der Stockholmer Oper aushelfen. Die Oper hatte eine Absage für die Rolle der Lady Macbeth in Verdis Oper Macbeth erhalten. Inga Sundstrom, der die Rolle zunächst zugeteilt worden war, erkrankte, und fünf Wochen vor der Premiere stand man ohne Sängerin da. Der Regisseur Hans Busch lud Birgit zum Vorsingen ein und fing Feuer und Flamme. Die Aufführung war ein großer Erfolg und es gab begeisterte Kritiken in den Zeitungen. "Es war eine wunderbare Rolle, diese Dame, und ich freute mich auf jede Vorstellung wie ein Kind auf den Heiligen Abend", sagte Birgit. Lady Macbeth war Birgit Nilssons Durchbruch in der Welt der Oper.

Die Königliche Oper in Stockholm

Am 26. Februar 1948 war die Premiere für Birgits erste Strauss-Rolle an der Oper, die Feldmarschallin im ”Rosenkavalier”. Nach dieser Rolle erhielt sie eine Festanstellung in Stockholm. Erst jetzt verstand Birgit, dass sie es geschafft hatte. Weitere Angebote und Erfolge folgten in raschem Takt. In den folgenden Jahren gab Birgit mehrere Rollendebüts an der Königlichen Oper, von Strauss und Wagner bis Verdi, Puccini und Tschaikowsky. Die Stockholmer Oper hatte außerdem Gastauftritte an vielen verschiedenen Orten auf der ganzen Welt, unter anderem in Edinburgh, Wiesbaden, Montreal und Kopenhagen.