Ausbildung

Birgit Nilsson verließ die Volksschule mit Spitzennoten in allen Fächern, nicht zuletzt in Gesang. Sie zeigte früh Interesse an Musik, nahm Klavierstunden, war Mitglied in einer Theatergruppe und sang in Kirchenchören. Von 1941 bis 1946 studierte sie an der Königlichen Musikhochschule in Stockholm.

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Erste Konzertkleidung, 1942. Privataufnahme.

Harte Arbeit, Disziplin und Zielstrebigkeit waren notwendig, damit Birgits Karriere Fahrt aufnehmen konnte und sie für die ganze Welt "La Nilsson“ wurde.

Gesangslektionen im Teenageralter

In ihrer Kindheit wurde Birgit Nilsson ein paar Jahre lang vom Musiklehrer Ragnar Blennow in Gesang unterrichtet. Blennow erkannte, dass Birgits Stimmressourcen außergewöhnlicher Natur waren. „Die Stimme, die von Anfang an eine dunkle Klangfarbe mit einer herrlichen Tiefe hatte, gewann schnell auch eine leicht zugängliche Höhe.“ Sie übten Romanzen und Arien, und Blennow ermutigte sie, die Königliche Musikhochschule in Stockholm aufzusuchen. Im Laufe der Jahre behaupteten viele, dass sie La Nilsson entdeckt hätten, aber Birgit selbst pflegte zu sagen: „Wenn jemandem dieser Titel verleiht werden sollte, dann Ragnar Blennow und keinem anderen!“

Königliche Musikhochschule 1941-1946

1941 legte Birgit Nilsson ihre Aufnahmeprüfung für die Sologesangsklasse an der Königlichen Musikhochschule in Stockholm ab. Sie war damals 23 Jahre alt. Anfangs zweifelte sie an ihren Fähigkeiten. Bei der Aufnahme wirkten alle anderen so weltmännisch und erfahren. Birgit sang zuerst das Gebet der Elisabeth aus Wagners Oper Tannhäuser, danach „Svarta rosor“ (Schwarze Rosen) von Jean Sibelius. Trotz ihrer Zweifel wurde Birgit genommen. Von 47 BewerberInnen wurden lediglich zwei aufgenommen, und von ihnen war Birgit Nummer eins! Nun begann ein neues Leben. Die Solistenklasse war eine dreijährige Ausbildung mit zwölf bis vierzehn SchülerInnen. Neben Gesangs- und Chorunterricht studierte Birgit andere Fächer wie Musik- und Harmonielehre, Sprechübungen, Fechten und Klavier. Sie studierte außerdem Italienisch, Deutsch und Französisch. Die ersten Jahre waren kein Honigschlecken. Die Ausbildung in Stockholm war hart und Birgit hatte sowohl mit ihren persönlichen Finanzen als auch mit den Gesangslehrern der Schule zu kämpfen. Ihr erster Gesangslehrer war Joseph Hislop, später studierte sie unter anderem unter Arne Sunnegårdh.

Opernschule

1944 wurde Birgit in die zweijährige Opernschule aufgenommen, ohne überhaupt vorsingen zu müssen. Die Ausbildung bestand hauptsächlich aus musikalischen und szenischen Einstudierungen, aber auch Sprache, bildende Kunst und Deklamation flossen in die Ausbildung ein. Nach der Opernschule wurde Birgit automatisch an der Königlichen Oper in Stockholm aufgenommen, auch diesmal ohne Vorsingen. Bald war es an der Zeit für ihre Debütrolle.